Präsenztherapie
Präsenztherapie richtet den Blick auf das bewusste Erleben des gegenwärtigen Moments. Im Mittelpunkt steht das „Hier und Jetzt“: wieder mit Körper, Geist und Gefühlen in Kontakt kommen, den Augenblick wahrnehmen und das eigene Erleben achtsam spüren.
Viele Menschen erleben belastende Phasen wie ferngesteuert. Gefühle treten in den Hintergrund, das Körperempfinden wird schwächer, Gedanken kreisen. Präsenztherapie setzt genau hier an: Sie erweitert das therapeutische Erforschen und Durchdenken um ein unmittelbares, gefühlsorientiertes Erleben.


Therapieplatz sofort verfügbar! Wir behandeln in unseren Privatkliniken Privatpatienten, Beihilfeberechtigte, privat Zusatzversicherte und Selbstzahler ab einem Mindestalter von 18 Jahren stationär oder in der Tagesklinik.
Definition und Einordnung
Was ist Präsenztherapie?
Präsenztherapie ist ein therapeutischer Ansatz, bei dem das bewusste Erleben des Moments in den Mittelpunkt gestellt wird. Neben dem Verstehen und Reflektieren innerer Prozesse geht es darum, Gefühle, Körperempfindungen und Wahrnehmungen im gegenwärtigen Augenblick zugänglich zu machen.
Ziel ist es, Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, den Moment mit seinen unterschiedlichen Facetten wahrzunehmen. Dabei können Präsenzmomente entstehen, in denen das Erleben weniger von Grübeln, Interpretieren oder Kontrollieren bestimmt ist. Solche Momente werden häufig als besonders unmittelbar, verbunden und lebendig beschrieben.
Präsenztherapie kann als eigenständiger therapeutischer Ansatz oder ergänzend innerhalb anderer Therapieverfahren eingesetzt werden. Besonders häufig findet sie im Rahmen von Körper- und Sporttherapien sowie in psychodynamischen Verfahren Anwendung.
Ihre Ansprechpersonen
Wir sind für Sie da

Jacqueline Karolat
Patientenmanagement Klinik Schloss Gracht

Simone Haiges
Patientenmanagement Klinik Schloss Freudental
Dauer und Durchführung der Präsenztherapie
Die Präsenztherapie wird individuell in den therapeutischen Behandlungsverlauf eingebunden. Eine feste Dauer lässt sich nicht pauschal benennen, da Umfang und Schwerpunkt von der persönlichen Ausgangssituation, den Beschwerden und dem gesamten Therapieplan abhängen.
In der Durchführung steht der Mensch mit seiner vielschichtigen Erlebniswelt im Mittelpunkt. Therapeutisch bedeutsam sind dabei Bindung, Unmittelbarkeit, Körperlichkeit und Nahbarkeit. Patientinnen und Patienten werden begleitet, den gegenwärtigen Moment bewusster wahrzunehmen und das eigene Erleben nicht nur gedanklich zu verstehen, sondern auch körperlich und emotional zu erfahren.
Präsenztherapeutische Elemente können in unterschiedlichen Settings eingesetzt werden, zum Beispiel in psychotherapeutischen Sitzungen, körperbezogenen Angeboten oder sport- und bewegungstherapeutischen Verfahren.


Präsenz erleben: den Moment wieder wahrnehmen
Viele psychische Belastungen gehen damit einher, dass das bewusste Erleben des Moments in den Hintergrund tritt. Betroffene funktionieren weiter, fühlen sich innerlich aber distanziert, angespannt oder von sich selbst entfernt.
Präsenztherapie richtet die Aufmerksamkeit auf das, was im Moment spürbar ist: Körperempfinden, Gefühle, innere Bewegungen, Kontakt zur Umgebung und die Beziehung zum eigenen Erleben. Dabei geht es nicht darum, etwas zu erzwingen. Präsenzmomente lassen sich nicht aktiv herstellen oder beliebig wiederholen. Sie können sich im therapeutischen Prozess spontan ergeben.
Entscheidend ist eine Haltung, die Wahrnehmung zulässt: weniger kontrollieren, weniger bewerten, mehr spüren. So kann ein Zugang zu Gefühlen entstehen, die zuvor verdeckt, abgeschwächt oder schwer erreichbar waren.
Flow, Resonanz und Verbundenheit
Ein zentrales Element der Präsenztherapie ist das Erleben von Flow. Damit ist ein Zustand gemeint, in dem Menschen für einen Moment ganz im gegenwärtigen Erleben aufgehen. Raum und Zeit können in den Hintergrund treten, während das Hier und Jetzt intensiver wahrgenommen wird.
Solche Erfahrungen können mit Unmittelbarkeit und Verbundenheit einhergehen. Auch Resonanz spielt dabei eine Rolle: Körper und seelisches Erleben werden nicht getrennt voneinander betrachtet, sondern als miteinander verbunden verstanden.


Präsenztherapie im therapeutischen Gesamtkonzept
Präsenztherapie ergänzt psychotherapeutische Verfahren, indem sie nicht nur das Nachdenken über innere Prozesse anspricht, sondern auch das unmittelbare Erleben. Sie kann deshalb besonders dort sinnvoll sein, wo Patientinnen und Patienten stark im rationalen Denken verhaftet sind und Gefühle oder Körperempfindungen schwer zugänglich erscheinen.
Im weiteren Sinne umfasst Präsenztherapie verschiedene Methoden, die das Präsenzerleben fördern. Im engeren Sinne können auch innerhalb klassischer Psychotherapiesitzungen Techniken eingesetzt werden, die die Sinne für den Augenblick schärfen.
In unseren Privatkliniken wird Präsenztherapie nicht isoliert betrachtet. Sie kann in ein ganzheitliches Behandlungskonzept eingebunden werden, das psychotherapeutische, körperbezogene und weitere therapeutische Angebote miteinander verbindet.
Praktische Umsetzung im Alltag
Präsenztherapie beginnt im therapeutischen Raum, kann aber auch den Blick auf alltägliche Situationen verändern. Es geht darum, den Moment bewusster wahrzunehmen: Wie fühlt sich der Körper an? Welche Gefühle sind da? Welche Gedanken treten in den Vordergrund? Wann entsteht Nähe zum eigenen Erleben, wann eher Distanz?
Solche Fragen können helfen, automatisierte Muster zu erkennen. Viele Menschen reagieren auf Belastung mit Rückzug, innerer Anspannung, Grübeln oder dem Gefühl, nur noch zu funktionieren. Präsenztherapeutische Arbeit kann dabei unterstützen, diese Muster bewusster wahrzunehmen und den Kontakt zum eigenen Erleben zu stärken.
Dabei steht nicht Leistung im Vordergrund, sondern Wahrnehmung. Präsenz entsteht nicht durch Druck, sondern durch eine achtsame, therapeutisch begleitete Annäherung an den gegenwärtigen Moment.


Chancen und Vorteile der Präsenztherapie
Präsenztherapie kann eine wertvolle Ergänzung in der Behandlung seelischer Erkrankungen sein, wenn Gefühle, Körperempfinden und gegenwärtiges Erleben in den Hintergrund geraten sind.
Mögliche Chancen sind:
bewussteres Wahrnehmen des gegenwärtigen Moments
besserer Zugang zu Gefühlen und Körperempfindungen
weniger Fixierung auf Grübeln, Interpretieren und Kontrollieren
stärkere Verbindung von Körper, Geist und seelischem Erleben
Förderung von Unmittelbarkeit und innerer Resonanz
ergänzende Unterstützung innerhalb körperbezogener, sporttherapeutischer oder psychodynamischer Verfahren
Wichtig ist: Präsenztherapie ist kein Heilversprechen. Welche Veränderungen möglich sind, hängt von der individuellen Ausgangssituation, den Beschwerden und dem gesamten Behandlungsverlauf ab.
Anwendungsbereiche für Präsenztherapie
Vor Beginn der Behandlung wird individuell geprüft, welche therapeutischen Maßnahmen sinnvoll sind und wie sie in den persönlichen Behandlungsplan eingebunden werden können.
Präsenztherapie kann besonders für Menschen geeignet sein, bei denen das bewusste Erleben des Moments, der eigenen Emotionen oder des Körpers in den Hintergrund geraten ist. Das kann unter anderem bei folgenden Belastungen oder Erkrankungen eine Rolle spielen:
- Burnout-Erkrankungen
Angststörungen
Depressionen
Antriebs- und Hoffnungslosigkeit
Gefühllosigkeit oder eingeschränkter Zugang zu Gefühlen
stark rationales, negativ getöntes Nachdenken
fehlendes oder vermindertes Körpergefühl
innere Distanz zum eigenen Erleben
Unsere Standorte
Präsenztherapie in den Libermenta Privatkliniken
Libermenta bietet Präsenztherapie an zwei Privatkliniken an: Schloss Gracht in Nordrhein-Westfalen und Schloss Freudental in Baden-Württemberg. Beide Standorte bieten einen ruhigen, diskreten Rahmen für intensive psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung.

Unsere Privatklinik Schloss Gracht
