Konzentrative Bewegungstherapie
Konzentrative Bewegungstherapie nutzt den Körper als Zugang zum inneren Erleben. Über Bewegung, Berührung, Wahrnehmung und bewusste Sinneserfahrung kann spürbar werden, was sich seelisch bewegt, wenn wir uns körperlich bewegen.
Im Mittelpunkt steht das Hier und Jetzt: Wie nehme ich mich wahr? Wie trete ich in Kontakt? Wo spüre ich Halt, Grenze, Anspannung oder Veränderung? Die konzentrative Bewegungstherapie lädt dazu ein, Körper und Seele wieder stärker miteinander in Verbindung zu bringen und eigene Erlebnis- und Verhaltensmuster bewusster wahrzunehmen.


Therapieplatz sofort verfügbar! Wir behandeln in unseren Privatkliniken Privatpatienten, Beihilfeberechtigte, privat Zusatzversicherte und Selbstzahler ab einem Mindestalter von 18 Jahren stationär oder in der Tagesklinik.
Definition und Einordnung
Was ist die konzentrative Bewegungstherapie?
Die Konzentrative Bewegungstherapie, kurz KBT, ist eine körperorientierte psychotherapeutische Methode. Sie arbeitet tiefenpsychologisch fundiert und bezieht Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie, Säuglingsforschung und moderner Neurobiologie ein.
Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Erfahrungen nicht nur gedanklich erinnert werden, sondern auch im Körper Spuren hinterlassen. Haltung, Bewegung, Körpersignale und Verhalten können Hinweise darauf geben, wie ein Mensch seine Lebens- und Lerngeschichte verarbeitet hat.
In der KBT werden körperlich erfahrbare Handlungen, Bewegungsangebote, Berührungserfahrungen und der Kontakt zu sich selbst oder zu anderen therapeutisch genutzt. Dadurch können innere Erfahrungen, Erinnerungen oder Beziehungsmuster angeregt und anschließend bewusst reflektiert werden.
Ziel ist nicht körperliche Leistung. Entscheidend ist das aufmerksame Wahrnehmen: Was zeigt sich im Körper? Welche Gefühle, Gedanken oder Bilder entstehen? Welche Bedeutung kann das Erlebte im persönlichen Zusammenhang haben?
Ihre Ansprechpersonen
Wir sind für Sie da

Jacqueline Karolat
Patientenmanagement Klinik Schloss Gracht

Simone Haiges
Patientenmanagement Klinik Schloss Freudental
Dauer und Durchführung der Konzentrativen Bewegungstherapie
Konzentrative Bewegungstherapie wird individuell in den Behandlungsverlauf eingebunden. Die therapeutischen Stunden können im Einzelsetting oder in der Gruppe stattfinden.
Eine KBT-Stunde besteht in der Regel aus zwei zentralen Teilen: einem Erlebens- und Handlungsteil sowie einem anschließenden Gespräch. Im ersten Teil werden körperbezogene Angebote gemacht, zum Beispiel zur Wahrnehmung, Bewegung, Berührung, Abgrenzung, zum Standpunkt oder zum Kontakt mit anderen. Im zweiten Teil wird das Erlebte mit therapeutischer Begleitung reflektiert, eingeordnet und vertieft.
Die Themen einer Stunde orientieren sich an der persönlichen Situation der Patientinnen und Patienten oder an Themen, die in der Gruppe sichtbar werden. Jede Stunde wird so gestaltet, dass auf individuelle Bedürfnisse einfühlsam und haltgebend eingegangen werden kann.


Körperwahrnehmung als Zugang zum inneren Erleben
Konzentrative Bewegungstherapie arbeitet über den Körper zur Seele. Während viele psychotherapeutische Verfahren vor allem über Sprache Zugang zum inneren Erleben schaffen, macht KBT körperliche Erfahrungen unmittelbar erfahrbar.
Dabei können einfache Angebote eine große Bedeutung bekommen: einen Standpunkt einnehmen, sich im Raum abgrenzen, Nähe oder Distanz spüren, einen Weg zu einem Ziel suchen oder wahrnehmen, wie sich eine Emotion im Körper ausdrückt.
Solche Erfahrungen werden nicht bewertet. Sie werden aufmerksam wahrgenommen und im geschützten therapeutischen Rahmen betrachtet. So kann deutlicher werden, welche Muster im eigenen Verhalten, in Beziehungen oder im Umgang mit Belastungen wirksam sind.
Bewegung, Beziehung und persönliche Lebensgeschichte
In der Konzentrativen Bewegungstherapie wird die individuelle Lebensgeschichte mitgedacht. Frühere Erfahrungen, Beziehungserlebnisse und gelernte Verhaltensmuster können sich im Körper zeigen – etwa in Haltung, Bewegung, Anspannung, Rückzug oder dem Bedürfnis nach Halt.
Viele Redewendungen machen diesen Zusammenhang sichtbar: eine Last auf den Schultern tragen, weiche Knie bekommen, einen Standpunkt vertreten oder sich den Kopf zerbrechen. Solche körpernahen Bilder zeigen, wie eng seelisches Erleben und körperlicher Ausdruck miteinander verbunden sein können.


Konzentrative Bewegungstherapie im therapeutischen Gesamtkonzept
Konzentrative Bewegungstherapie ist ein Baustein innerhalb einer umfassenden psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Sie kann psychotherapeutische Gespräche, körperbezogene Therapien und weitere therapeutische Angebote ergänzen.
Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Blick auf den Menschen. Körper, Geist und Seele werden nicht getrennt betrachtet, sondern als miteinander verbundene Ebenen des Erlebens verstanden.
Die KBT ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik. Sie wird dann eingesetzt, wenn sie zur persönlichen Situation, zum Behandlungsziel und zum therapeutischen Gesamtplan passt.
Praktische Umsetzung im therapeutischen Alltag
Konzentrative Bewegungstherapie ist erfahrungsorientiert. Patientinnen und Patienten müssen dafür keine besondere körperliche Fitness mitbringen. Es geht nicht um Sport, Training oder das Erreichen bestimmter Bewegungsziele.
Die Angebote können im Raum, im Kontakt mit Gegenständen, in Ruhe, in Bewegung oder im Dialog stattfinden. Entscheidend ist, was dabei wahrgenommen wird: körperliche Empfindungen, innere Bilder, Gefühle, Impulse, Grenzen oder neue Handlungsmöglichkeiten.
Nach dem Erleben folgt die gemeinsame Reflexion. Das Wahrgenommene wird sprachlich eingeordnet und mit der persönlichen Lebenssituation verbunden. So kann das körperlich Erfahrene bewusster werden und in den therapeutischen Prozess einfließen.


Chancen und Vorteile der konzentrativen Bewegungstherapie
Konzentrative Bewegungstherapie kann dabei unterstützen, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und Zusammenhänge zwischen körperlichem Ausdruck, Gefühlen, Gedanken und Verhalten besser zu verstehen.
Mögliche Chancen sind:
ein bewussterer Zugang zum eigenen Körpererleben
mehr Verständnis für persönliche Erlebnis- und Beziehungsmuster
eine bessere Wahrnehmung von Grenzen, Bedürfnissen und Ressourcen
neue Erfahrungen im Umgang mit Nähe, Distanz, Halt oder Abgrenzung
die Möglichkeit, innere Themen nicht nur sprachlich, sondern auch körperlich erfahrbar zu machen
eine stärkere Verbindung von Erleben, Handeln und Reflexion im therapeutischen Prozess
Dabei gilt: Konzentrative Bewegungstherapie ist kein Heilversprechen. Welche Veränderungen möglich sind, hängt immer von der individuellen Ausgangssituation, den Beschwerden und dem gesamten Behandlungsverlauf ab.
Anwendungsbereiche für konzentrative Bewebungstherapie
Vor Beginn der Behandlung wird individuell geprüft, welche therapeutischen Maßnahmen sinnvoll sind und wie sie in den persönlichen Behandlungsplan eingebunden werden können.
Konzentrative Bewegungstherapie kann begleitend sinnvoll sein, wenn seelische Belastungen, körperliches Erleben und Beziehungsmuster miteinander verbunden sind. In psychosomatisch-psychiatrischen Behandlungskontexten wird KBT unter anderem im Einzel- und Gruppensetting eingesetzt.
Mögliche Themen im therapeutischen Prozess können sein:
Schwierigkeiten, den eigenen Körper wahrzunehmen
innere Anspannung oder Unruhe
belastende emotionale Muster
Unsicherheit im Kontakt mit anderen
Schwierigkeiten mit Abgrenzung, Nähe oder Distanz
psychosomatische Beschwerden
der Wunsch, eigene Ressourcen bewusster wahrzunehmen und zu stärken
festgefahrene Verhaltens- oder Beziehungsmuster, die im Körpererleben sichtbar werden
Unsere Standorte
Konzentrative Bewegungstherapie in den Libermenta Privatkliniken
Libermenta bietet konzentrative Bewegungstherapie an zwei Privatkliniken an: Schloss Gracht in Nordrhein-Westfalen und Schloss Freudental in Baden-Württemberg. Beide Standorte bieten einen ruhigen, diskreten Rahmen für intensive psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung.

Unsere Privatklinik Schloss Gracht
