Nasale Esketamintherapie

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Die nasale Esketamintherapie ist eine pharmakologische Behandlungsoption bei Depressionen, wenn bisherige Behandlungsversuche nicht ausreichend geholfen haben. Esketamin wird als Nasenspray angewendet und kommt insbesondere bei therapieresistenter Depression infrage. Von einer therapieresistenten Depression spricht man, wenn in der aktuellen mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mindestens zwei unterschiedliche Antidepressiva nicht ausreichend wirksam waren.

Esketamin unterscheidet sich in seinem Wirkansatz von klassischen Antidepressiva. Während viele Antidepressiva vor allem auf die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin zielen, setzt Esketamin an einem anderen Schaltkreis im Gehirn an. Es kann die Kommunikation zwischen Nervenzellen beeinflussen und wird deshalb zu den sogenannten schnell wirksamen antidepressiven Behandlungsansätzen gezählt.

Die Behandlung ist kein Ersatz für Psychotherapie oder eine sorgfältige psychiatrische Diagnostik. Sie wird immer individuell ärztlich geprüft und in ein therapeutisches Gesamtkonzept eingebunden.

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Jacqueline Karolat

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Simone Haiges

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Ein möglicher Behandlungsrhythmus ist:

  • Wochen 1–4: Einstiegsphase
    Anwendung zweimal pro Woche. Der Einstieg kann mit 56 mg erfolgen, bei Bedarf kann eine Steigerung auf 84 mg geprüft werden.

  • Wochen 5–8: Stabilisierungsphase
    Anwendung einmal pro Woche mit 56 mg oder 84 mg, abhängig von Ansprechen und Verträglichkeit.

  • Ab Woche 9: Erhaltungsphase
    Anwendung alle zwei Wochen oder einmal wöchentlich, orientiert am individuellen Verlauf.

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Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem:

  • Wahrnehmungs- oder Gefühlsveränderungen, sogenannte Dissoziation

  • Schwindel, Benommenheit, Schläfrigkeit oder Bewusstseinsstörungen

  • erhöhter Blutdruck

  • Kopfschmerzen

  • Übelkeit oder Erbrechen

  • veränderter Geschmacks- oder Geruchssinn

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Der Ablauf umfasst in der Regel:

  • ärztliche Einschätzung und individuelle Behandlungsplanung

  • Blutdruckmessung vor der Anwendung

  • Anwendung des Nasensprays unter medizinischer Aufsicht

  • Beobachtung nach der Anwendung

  • erneute Blutdruckkontrolle

  • ärztliche Einschätzung vor der Entlassung

Mögliche Chancen der Behandlung sind:

  • ein anderer Wirkansatz als bei klassischen Antidepressiva

  • Anwendung unter kontrollierten medizinischen Bedingungen

  • Einbettung in ein intensives psychotherapeutisches Behandlungskonzept

  • engmaschige ärztliche Überwachung von Wirkung und Verträglichkeit

  • strukturierte Behandlung bei therapieresistenter Depression

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  • therapieresistenter Depression

  • mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode, wenn mindestens zwei Antidepressiva nicht ausreichend wirksam waren

  • depressiver Symptomatik in einer Situation, die eine rasche psychiatrische Behandlung erforderlich macht

  • Patient:innen, bei denen eine ergänzende pharmakologische Behandlungsoption im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts geprüft werden soll