Nasale Esketamintherapie
Wenn Psychotherapie und klassische Antidepressiva bei einer mittelgradigen bis schweren Depression nicht ausreichend wirken, kann eine nasale Esketamintherapie als zusätzliche Behandlungsoption infrage kommen. Die Behandlung wird ärztlich geprüft, eng begleitet und in ein umfassendes psychiatrisch-psychotherapeutisches Behandlungskonzept eingebettet.
In der kann Esketamin im Rahmen eines vierwöchigen Intensivprogramms eingesetzt werden. Die Behandlung umfasst neben der medikamentösen Anwendung unter medizinischer Aufsicht auch Einzeltherapie, Gruppentherapie, Sporttherapie sowie ergänzende therapeutische Verfahren.


Therapieplatz sofort verfügbar! Wir behandeln in unseren Privatkliniken Privatpatienten, Beihilfeberechtigte, privat Zusatzversicherte und Selbstzahler ab einem Mindestalter von 18 Jahren stationär oder in der Tagesklinik.
Definition und Einordnung
Was ist die nasale Esketamintherapie?
Die nasale Esketamintherapie ist eine pharmakologische Behandlungsoption bei Depressionen, wenn bisherige Behandlungsversuche nicht ausreichend geholfen haben. Esketamin wird als Nasenspray angewendet und kommt insbesondere bei therapieresistenter Depression infrage. Von einer therapieresistenten Depression spricht man, wenn in der aktuellen mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mindestens zwei unterschiedliche Antidepressiva nicht ausreichend wirksam waren.
Esketamin unterscheidet sich in seinem Wirkansatz von klassischen Antidepressiva. Während viele Antidepressiva vor allem auf die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin zielen, setzt Esketamin an einem anderen Schaltkreis im Gehirn an. Es kann die Kommunikation zwischen Nervenzellen beeinflussen und wird deshalb zu den sogenannten schnell wirksamen antidepressiven Behandlungsansätzen gezählt.
Die Behandlung ist kein Ersatz für Psychotherapie oder eine sorgfältige psychiatrische Diagnostik. Sie wird immer individuell ärztlich geprüft und in ein therapeutisches Gesamtkonzept eingebunden.
Ihre Ansprechpersonen
Wir sind für Sie da

Jacqueline Karolat
Patientenmanagement Klinik Schloss Gracht

Simone Haiges
Patientenmanagement Klinik Schloss Freudental
Dauer und Durchführung der nasalen Esketamintherapie
Die nasale Esketamintherapie wird in der Libermenta Privatklinik Schloss Gracht ärztlich begleitet und vor Ort durchgeführt. Vor Beginn wird geprüft, ob die Behandlung zur individuellen Situation, zur bisherigen Behandlungsgeschichte und zum aktuellen Gesundheitszustand passt.
Im Rahmen des Intensivprogramms erhalten Patient:innen über vier Wochen eine Behandlung mit nasalem Esketamin. Diese ist eingebettet in ein psychiatrisch-psychotherapeutisches Behandlungskonzept mit Einzeltherapie, Gruppentherapie, sporttherapeutischen Angeboten und ergänzenden Verfahren.
Die Anwendung erfolgt nicht selbstständig zu Hause. Das Nasenspray wird in der Klinik unter Anleitung und Aufsicht des medizinischen Fachpersonals angewendet. Vor der Anwendung wird der Blutdruck gemessen. Nach der Anwendung bleiben Patient:innen zur Beobachtung vor Ort, einschließlich erneuter Blutdruckkontrolle, bis eine ärztliche Entlassung möglich ist.
Nach der Anwendung dürfen Patient:innen kein Auto fahren und keine schweren Maschinen bedienen. Üblicherweise ist dies erst wieder am Folgetag möglich, wenn die behandelnden Ärzt:innen dies entsprechend einschätzen.


Wirkweise: Wie Esketamin im Behandlungskonzept eingesetzt wird
Esketamin wird als Nasenspray verabreicht. Ein Einmal-Applikator enthält 28 mg Wirkstoff, entsprechend zwei Sprühstößen à 14 mg. Je nach ärztlicher Verordnung können mehrere Nasensprays pro Anwendung eingesetzt werden.
Ziel der Behandlung ist es, depressive Symptome im Rahmen eines medizinisch kontrollierten Gesamtkonzepts zu reduzieren. Bei manchen Patient:innen kann eine Besserung innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen auftreten. Das ist jedoch individuell unterschiedlich und stellt kein Heilversprechen dar.
Entscheidend ist die fachärztliche Begleitung: Die Wirkung, Verträglichkeit und weitere Behandlungsplanung werden während des gesamten Verlaufs regelmäßig überprüft.
Dosierung und Behandlungsrhythmus
Die konkrete Dosierung legt der behandelnde Arzt individuell fest. Grundlage sind die medizinische Ausgangssituation, das Ansprechen auf die Behandlung und die Verträglichkeit.
Ein möglicher Behandlungsrhythmus ist:
Wochen 1–4: Einstiegsphase
Anwendung zweimal pro Woche. Der Einstieg kann mit 56 mg erfolgen, bei Bedarf kann eine Steigerung auf 84 mg geprüft werden.Wochen 5–8: Stabilisierungsphase
Anwendung einmal pro Woche mit 56 mg oder 84 mg, abhängig von Ansprechen und Verträglichkeit.Ab Woche 9: Erhaltungsphase
Anwendung alle zwei Wochen oder einmal wöchentlich, orientiert am individuellen Verlauf.
Esketamin wird bei therapieresistenter Depression in der Regel begleitend zu einem oralen Antidepressivum eingesetzt.


Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen
Wie jede medikamentöse Behandlung kann auch die nasale Esketamintherapie Nebenwirkungen haben. Deshalb erfolgt die Anwendung ausschließlich unter medizinischer Aufsicht.
Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem:
Wahrnehmungs- oder Gefühlsveränderungen, sogenannte Dissoziation
Schwindel, Benommenheit, Schläfrigkeit oder Bewusstseinsstörungen
erhöhter Blutdruck
Kopfschmerzen
Übelkeit oder Erbrechen
veränderter Geschmacks- oder Geruchssinn
Wegen möglicher Sedierung, Dissoziation und Blutdruckveränderungen müssen Patient:innen nach der Anwendung medizinisch überwacht werden, bis sie nach ärztlicher Einschätzung stabil genug sind, die Klinik zu verlassen.
Nasale Esketamintherapie im therapeutischen Gesamtkonzept
Die nasale Esketamintherapie ist ein Baustein innerhalb einer umfassenden psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Sie wird nicht isoliert betrachtet, sondern mit weiteren therapeutischen Angeboten verbunden.
In der Libermenta Privatklinik Schloss Gracht kann die Behandlung Teil eines Intensivprogramms sein, das medikamentöse Therapie, Psychotherapie, Gruppenangebote, Sporttherapie und ergänzende Verfahren miteinander kombiniert. Dadurch wird die pharmakologische Behandlung in einen strukturierten therapeutischen Rahmen eingebettet.
Ob und in welchem Umfang Esketamin sinnvoll ist, wird vor Beginn individuell ärztlich geprüft. Dabei stehen Sicherheit, Verträglichkeit und die persönliche Behandlungssituation im Mittelpunkt.


Praktische Umsetzung im Klinikalltag
Die Anwendung findet vor Ort in der Libermenta Privatklinik Schloss Gracht statt. Patient:innen werden durch das medizinische Fachpersonal angeleitet und wenden das Nasenspray unter Aufsicht selbst an.
Der Ablauf umfasst in der Regel:
ärztliche Einschätzung und individuelle Behandlungsplanung
Blutdruckmessung vor der Anwendung
Anwendung des Nasensprays unter medizinischer Aufsicht
Beobachtung nach der Anwendung
erneute Blutdruckkontrolle
ärztliche Einschätzung vor der Entlassung
Die Behandlung wird so organisiert, dass Patient:innen während der Anwendung und in der Zeit danach medizinisch begleitet sind.
Chancen und Grenzen der nasalen Esketamintherapie
Die nasale Esketamintherapie kann für Patient:innen mit therapieresistenter Depression eine zusätzliche Behandlungsoption sein, wenn bisherige Therapien nicht ausreichend geholfen haben. Sie kann insbesondere dann geprüft werden, wenn eine mittelgradige bis schwere depressive Symptomatik besteht und mindestens zwei unterschiedliche Antidepressiva in der aktuellen Episode nicht ausreichend wirksam waren.
Mögliche Chancen der Behandlung sind:
ein anderer Wirkansatz als bei klassischen Antidepressiva
Anwendung unter kontrollierten medizinischen Bedingungen
Einbettung in ein intensives psychotherapeutisches Behandlungskonzept
engmaschige ärztliche Überwachung von Wirkung und Verträglichkeit
strukturierte Behandlung bei therapieresistenter Depression
Dabei gilt: Die nasale Esketamintherapie ist kein Heilversprechen. Ob eine Behandlung geeignet ist und wie Patient:innen darauf ansprechen, hängt immer von der individuellen medizinischen Situation ab.

Anwendungsbereiche für nasale Esketamintherapie
Vor Beginn der Behandlung wird individuell geprüft, ob die nasale Esketamintherapie medizinisch sinnvoll und vertretbar ist.
Sie kann insbesondere infrage kommen bei:
therapieresistenter Depression
mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode, wenn mindestens zwei Antidepressiva nicht ausreichend wirksam waren
depressiver Symptomatik in einer Situation, die eine rasche psychiatrische Behandlung erforderlich macht
Patient:innen, bei denen eine ergänzende pharmakologische Behandlungsoption im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts geprüft werden soll